Marienberg liegt im mittleren Erzgebirge, und die Umgebung der Stadt bietet mehr, als der Name einer Bergstadt zunächst vermuten lässt: ein Waldtal mit Felsformationen, einen Aussichtsfelsen, einen Turm auf dem Berg und ein Hochmoor mit Bohlenwegen. Wer in der Region wandern möchte, findet hier Touren von gut zwei Kilometern bis zu rund 15 Kilometern. Dieser Beitrag stellt fünf Ziele vor und nennt die belegten Eckdaten. Was sich kurzfristig ändern kann, etwa Ruhetage, Parkgebühren oder Wegsperrungen, sollten Sie vor Ort prüfen.

Eckdaten im Überblick

  • Grüner Graben mit Katzenstein: 13,4 km, 2:58 h Gehzeit
  • Schwarzwassertal-Rundweg: 13,49 km, 3 h 50 min, Start am Wanderparkplatz Hinterer Grund
  • Variante Katzenstein: ca. 15 km, ca. 3,5 h, ca. 150 Hm, mittel
  • Drei Brüder Höhe: 688,1 m ü. NHN, Aussichtsturm mit 25,4 m Höhe
  • Moorlehrpfad Stengelhaide: ca. 2,2 km, ca. 1,5 h, leicht
  • Rundtour Moorpfad und Mothäuser Heide: 10,71 km, 2:23 h, leicht

Schwarzwassertal: Der Rundweg mit den Felsen

Der Schwarzwassertal-Rundweg ist laut ich-geh-wandern.de 13,49 Kilometer lang und braucht rund 3 Stunden 50 Minuten. Start ist der Wanderparkplatz Hinterer Grund an der Naturschutzstation, Adresse 09496 Marienberg.

Die Strecke führt an mehreren markanten Punkten vorbei: Vogeltoffelfelsen, Ringmauer, Teufelsmauer und Nonnenfelsen, dazu die Steinerne Brücke über den Grünen Graben und der Aussichtsfelsen Katzenstein. Etwa 500 Meter nach dem Start liegt leicht abseits des Weges der Stolln Tief Blühend Frisch Glück.

Einkehr unterwegs

  • Hotel Schwarzbeerschänke in Pobershau
  • Gasthof Schwarzwassertal in Kühnhaide (laut Quelle Ruhetage Dienstag und Mittwoch)
  • Berghaus am Katzenstein in Pobershau (laut Quelle Ruhetage Mittwoch und Donnerstag)

Die Ruhetage sollten Sie vor Ort prüfen, bevor Sie die Einkehr fest einplanen.

Anreise ohne Auto

Laut visitsaxony.com fährt die Buslinie E bis zur Haltestelle Pobershau/Kniebreche. Von dort sind es etwa 2,5 Kilometer bis zum Start.

Grüner Graben und Katzenstein: Die kürzere Tour

Wer etwas weniger Zeit hat, findet bei ich-geh-wandern.de eine Tour über den Grünen Graben mit Katzenstein: 13,4 Kilometer, Gehzeit 2:58 Stunden. Der Weg folgt größtenteils der Schwarzen Pockau, und am Grünen Graben warten laut Quelle kuriose Felsformationen. Etwa in der Streckenmitte ist ein Abstecher nach Tschechien möglich. Als Einkehr nennt die Quelle den Gasthof Schwarzwassertal.

Variante Katzenstein: Ab Pobershau

Der Blog homeoftravel.de beschreibt eine Variante mit Fokus auf den Katzenstein: ca. 15 Kilometer, ca. 3,5 Stunden, ca. 150 Hm (Angabe laut Blog), Schwierigkeit mittel. Gestartet wird am Wanderparkplatz Katzenstein oberhalb von Pobershau. Der Parkplatz ist laut Blog zeitweise gebührenpflichtig und wird per App bezahlt; die Regelung sollten Sie vor Ort prüfen.

Mit dem Bus erreichen Sie Marienberg, von dort fährt die Linie E nach Pobershau. Alternativ bringt die Linie 207 Sie zur Haltestelle Gasthaus Stern, von der aus 10 bis 20 Minuten zu Fuß einzuplanen sind. Einzelne Abschnitte waren zum Zeitpunkt des Blogbeitrags wegen Bauarbeiten als gesperrt ausgeschildert, ließen sich aber begehen. Prüfen Sie den Zustand vor Ort. Der Katzenstein selbst erinnert mit etwas Fantasie an Katzen- oder Hundenasen; ob Sie sie erkennen, entscheidet der Blickwinkel.

Drei Brüder Höhe: Turm mit Blick über Marienberg

Die Drei Brüder Höhe misst laut Wikipedia 688,1 Meter über NHN. Ihren Namen trägt sie nach der ehemaligen Grube Alte Drei Brüder. Einer Sage nach entdeckten drei Brüder aus Italien dort eine Silbererzader.

Der erste Turm war 18 Meter hoch und wurde im Mai 1883 vom Erzgebirgsverein eröffnet. Der heutige Aussichtsturm misst 25,4 Meter und wurde am 12. Mai 1994 eröffnet; von oben reicht der Blick über Marienberg. Eine Gastwirtschaft gibt es auf dem Berg seit 1886, das heutige Berghotel Drei Brüder Höhe entstand 1992/93 als Neubau. Der Europäische Fernwanderweg E3 führt an der Höhe vorbei. Die Adresse lautet Drei-Brüder-Höhe 1, 09496 Marienberg. Öffnungszeiten von Turm und Gastronomie sind nicht belegt, bitte erkundigen Sie sich vorab.

Moorlehrpfad Stengelhaide: Hochmoor auf Bohlenwegen

Der Moorlehrpfad Stengelhaide ist mit rund 2,2 Kilometern und etwa 1,5 Stunden Dauer leicht und auch für kürzere Ausflüge geeignet. Er beginnt am Ortseingang von Kühnhaide (Brückenstraße), wo ein kleiner Parkplatz liegt. Zwei Bohlenwege aus Eiche führen durch das Hochmoor, das auf 760 Metern über NN zwischen Reitzenhain und Kühnhaide liegt. Dreisprachige Tafeln erklären das Gebiet.

Der Pfad wurde 2002 angelegt und 2019/2020 im Rahmen des Projekts Moorevital (2018) erneuert. Die Bohlenwege sind nicht für Kinderwagen, Fahrräder oder Rollstühle geeignet. Bis 1990 wurde hier Torf abgebaut, seit 1992 wird das Moor wiedervernässt. Laut Sachsenforst-Flyer wachsen hier unter anderem Wollgras, Moosbeere und Rauschbeere; zu den Tieren zählen der Hochmoor-Gelbling und die Kreuzotter. Begehbar ist der Pfad von Frühling bis Herbst.

Längere Runde mit der Mothäuser Heide

Wer mehr Strecke möchte, kann den Moorpfad mit der Mothäuser Heide verbinden. Die Rundtour ab Kühnhaide ist laut ich-geh-wandern.de 10,71 Kilometer lang, braucht 2:23 Stunden und gilt als leicht. Sie führt durch das Naturschutzgebiet Mothäuser Heide, einzelne Pfade sind teils verwildert. Festes Schuhwerk ist empfehlenswert.

Die Stadt selbst: Was sich vor oder nach der Wanderung lohnt

Marienberg wurde 1521 von Herzog Heinrich dem Frommen nach reichen Silbererzfunden gegründet (Quelle: tu-chemnitz.de). Auf dem Marktplatz steht eine Bronzestatue des Herzogs. Die Stadtanlage bezeichnet die Website erzgebirge-gedachtgemacht.de selbst als „einzige erhaltene italienische Renaissance-Idealstadt nördlich der Alpen“; das ist eine Selbstbeschreibung der Quelle. Der Markt umfasst rund 1,77 Hektar, gehört zu den größten in Deutschland und wurde 2009 und 2010 saniert.

Sehenswert sind außerdem das Rathaus aus dem 16. Jahrhundert mit seinem reich verzierten Portal, die dreischiffige Stadtkirche St. Marien mit Zwiebelturm, das Zschopauer Tor, der Rote Turm und das Lindenhäuschen von 1541, das älteste Wohnhaus der Stadt. Das Bergmagazin (1806 bis 1809 als Getreidespeicher erbaut) beherbergt seit 2006 das Sächsisch-Böhmische Erzgebirgsmuseum. Am Rudolphschacht in Lauta steht ein rekonstruierter Pferdegöpel, der seit 2006 im Vorführbetrieb läuft. In Marienberg leben rund 16.900 Menschen.

Häufige Fragen zum Wandern bei Marienberg

Welche Tour eignet sich für einen halben Tag?

Die Tour über den Grünen Graben mit Katzenstein (13,4 km, 2:58 h Gehzeit) ist zeitlich die kompakteste der längeren Touren. Noch kürzer sind der Moorlehrpfad Stengelhaide (ca. 2,2 km, ca. 1,5 h) und die Rundtour mit der Mothäuser Heide (10,71 km, 2:23 h).

Kann ich zu den Touren mit dem Bus anreisen?

Für den Schwarzwassertal-Rundweg nennt visitsaxony.com die Linie E bis Pobershau/Kniebreche, anschließend sind es etwa 2,5 km bis zum Start. Für die Katzenstein-Variante nennt homeoftravel.de die Linie E nach Pobershau oder die Linie 207 bis Gasthaus Stern. Aktuelle Fahrpläne prüfen Sie bitte vor der Abfahrt.

Ist der Moorlehrpfad für Kinderwagen geeignet?

Nein. Die Bohlenwege sind laut Sachsenforst-Flyer nicht für Kinderwagen, Fahrräder oder Rollstühle gedacht.

Mehr zur Region: Wandern im Schwarzwassertal bei Pobershau, Moorlehrpfad Stengelhaide und Mothäuser Heide sowie Sehenswürdigkeiten in Marienberg.

Fazit

Rund um Marienberg lassen sich Waldtal, Felsen, Aussichtsturm und Hochmoor gut kombinieren. Für längere Tage bieten sich der Schwarzwassertal-Rundweg und die Katzenstein-Varianten an, für kurze Ausflüge der Moorlehrpfad. Planen Sie die Einkehr mit Blick auf Ruhetage, klären Sie Parkgebühren und mögliche Wegsperrungen vor Ort und tragen Sie festes Schuhwerk, besonders in der Mothäuser Heide.

Tour-Steckbrief: Grüner Graben mit Katzenstein

Länge ca. 13,4 km · Rundweg
Gehzeit ca. 2:58 h reine Gehzeit
Schwierigkeit mittel; überwiegend gute Wald- und Talwege
Start / Ziel Pobershau bei Marienberg, am Gasthof Schwarzwassertal (50.63344, 13.23268)
Highlights Grüner Graben mit kuriosen Felsformationen, Aussichtsfelsen Katzenstein, Schwarze Pockau, Schwarzwassertal; etwa in Streckenmitte Abstecher nach Tschechien möglich
Navi / GPX GPS-Wanderatlas: Grüner Graben mit Katzenstein



© OpenStreetMap-Mitwirkende · Track © GPS-Wanderatlas

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