Der Auersberg misst 1.018 Meter über NHN – genau genommen 1.018,2 Meter – und trägt einen Turm aus Granit, der seit 1860 über den Wäldern des Westerzgebirges steht. Nach Angaben der Stadt Eibenstock ist er nach Fichtelberg und Brocken der dritthöchste Berg Ostdeutschlands. Wer eine Auersberg Wanderung plant, startet üblicherweise in Wildenthal, seit 1994 Ortsteil von Eibenstock, und braucht für die Runde knapp drei Stunden. Wer mehr Weg will, beginnt an der Talsperre Sosa und ist gut viereinhalb Stunden unterwegs. Beide Varianten enden am selben Punkt: auf einer Plattform in 18 Metern Höhe, von der aus bei klarer Luft Leipzig zu sehen ist.
Der Berg und sein Turm
Der Auersberg liegt in der Gemarkung Wildenthal im Erzgebirgskreis, südöstlich von Eibenstock und nordwestlich von Johanngeorgenstadt, nahe der tschechischen Grenze. Das Gebiet gehört zum Naturpark Erzgebirge/Vogtland. Geologisch besteht der Berg aus Granit mit Turmalin; historisch waren hier bis zu 300 Gruben in Betrieb. Seit den 1960er-Jahren stehen die Wälder ringsum unter Schutz.
Der Auersbergturm wurde 1860 von der königlich-sächsischen Landesforstverwaltung eingeweiht und gilt als ältester steinerner Aussichtsturm des Erzgebirges. Er diente nicht der Freizeit, sondern der Waldbrandüberwachung und der Königlich-Sächsischen Triangulation, also der Landesvermessung. 1901 wurde er auf die heutigen 18 Meter aufgestockt, 1940 kam eine hölzerne Haube auf die Plattform, zwischen 1992 und 1994 folgte eine Sanierung. Der Blick reicht laut Tourist-Service-Center Eibenstock über die Wälder des Westerzgebirges und die Talsperren Eibenstock und Sosa; bei klarer Sicht sind Leipzig (rund 100 Kilometer) und der Große Arber im Bayerischen Wald (rund 150 Kilometer) auszumachen. Wie er im Vergleich zu den anderen Tausendern der Region dasteht, zeigt die Übersicht der höchsten Berge des Erzgebirges.
Geöffnet ist der Turm in der Regel parallel zum Berggasthof, meist täglich etwa von 10 bis 18 Uhr; bei sehr schlechtem Wetter bleibt er zu. Der Zugang erfolgt über ein Drehkreuz, der Eintritt beträgt 1 Euro. Alle Angaben sind Anhaltspunkte; vor der Anfahrt lohnt ein Blick auf die aktuellen Zeiten. Rund um den Turm gibt es Sitzgruppen, einen Kinderspielplatz, einen Souvenirkiosk und eine E-Bike-Ladestation. Weitere Türme der Region listet die Zusammenstellung der Aussichtstürme im Erzgebirge.
Auersberg Wanderung: die klassische Route ab Wildenthal
Die Standardtour beginnt am Parkplatz in der Ortsmitte von Wildenthal. Der Aufstieg führt über den Auersbergweg, den vor Ort allerdings niemand so nennt: Im Volksmund heißt er Schlangenweg, wegen der sechs Serpentinen, mit denen er die Flanke nimmt. Auf 2,3 Kilometern sind rund 300 Höhenmeter zu bewältigen – der fordernde Teil des Tages, in stetigem Tempo aber gut machbar.
Oben angekommen, lohnt der Turm vor der Rast. Der Abstieg verläuft deutlich gemütlicher: über die Wellenschaukel zum Kleinen Stern auf 880 Metern, weiter auf dem Bergfußsteig zum Großen Stern auf 808 Metern und schließlich auf einem Forstweg zurück nach Wildenthal. Die Wegkreuzungen mit den Sternnamen sind alte Forstpunkte und dienen bis heute als Orientierung.
Eckdaten der Wildenthal-Runde
- Länge: 9 km
- Gehzeit: rund 2:45 Stunden
- Höhenmeter: 305
- Tiefster Punkt: 716 m
- Start und Ziel: Parkplatz Ortsmitte Wildenthal
- Schwierigkeit: mittel
Die lange Runde ab der Talsperre Sosa
Wer einen ganzen Tag einplant, startet am großen Parkplatz an der Talsperre Sosa. Die Tour misst 15,6 Kilometer, dauert rund 4:30 Stunden und summiert sich auf 475 Höhenmeter; der tiefste Punkt liegt bei 630 Metern. Zunächst folgt man dem Europäischen Fernwanderweg E3 mit blauer Markierung halb um die Talsperre. Danach beginnt der eigentliche Anstieg: rund 2,5 Kilometer mit 330 Höhenmetern über den Großen Stern hinauf zum Gipfel.
Der Rückweg ist rot markiert und führt über den Kleinen Stern zu den Riesenberger Häusern, gut vier Kilometer ab dem Gipfel, und weiter zur Roten Grube nach 5,6 Kilometern. Den Schluss macht der Köhlerlehrpfad. Über den Auersberg verläuft außerdem Etappe 11 des Kammwegs Erzgebirge–Vogtland von Johanngeorgenstadt nach Weitersglashütte, rund 20 Kilometer mit etwa 700 Höhenmetern. Der Kammweg ist als Qualitätsweg Wanderbares Deutschland zertifiziert.
Was am Weg liegt
Der Berg liegt im nach Angaben der Stadt Eibenstock größten geschlossenen Waldareal Sachsens mit über 400 Kilometern markierter Wanderwege. Drei Stauseen prägen die Umgebung: die Talsperre Sosa, zwischen 1949 und 1952 als letzte in Deutschland errichtete Bruchsteinmauer gebaut und auch „Talsperre des Friedens“ genannt; die Talsperre Carlsfeld, mit einer Mauerkrone auf 905 Metern die höchstgelegene Trinkwassertalsperre Deutschlands, entstanden 1926 bis 1929 und ganzjährig auf der Krone begehbar; und die Talsperre Eibenstock, mit 75 Millionen Kubikmetern und 65 Metern Höhe die größte Sachsens, gebaut 1974 bis 1987. Mehr dazu im Überblick zu den Talsperren im Erzgebirge.
Am Gipfel liegen der 2011 eröffnete Bergwaldgarten Auersberg mit zweisprachigem Lehrpfad, der Natur-Aktiv-Garten und ein kleiner Bergkräutergarten. Am Fuß des Berges erinnert das Denkmal „Letzter Bär am Auersberg“ an die Zeit, als hier noch Großraubtiere lebten; in der Nähe steht die Auersberg-Buche. Unterhalb des Gipfels fällt eine ehemalige Stasi-Radarstation auf, 1983 bis 1985 gebaut und heute als SREM-Radaranlage der Deutschen Flugsicherung in Betrieb.
Lohnende Ziele in Reichweite sind die beiden Hochmoore: der Kleine Kranichsee bei Johanngeorgenstadt, seit 1939 Naturschutzgebiet, rund 29 Hektar groß auf etwa 920 bis 945 Metern und durch Bohlenweg und Aussichtsturm erschlossen; und der Große Kranichsee südlich von Carlsfeld auf rund 950 Metern, seit 1961 geschützt, wobei die Staatsgrenze mitten durch das Schutzgebiet verläuft. Im Eibenstocker Ortsteil Blauenthal liegt der Blauenthaler Wasserfall.
Einkehr auf dem Gipfel und im Tal
Direkt am Turm steht das „Auersberg Haus“ (Auersbergweg 8, 08309 Eibenstock OT Wildenthal). Es wurde am 10. November 1907 auf Initiative des Erzgebirgsvereins geweiht; König Friedrich August III. kehrte am 3. Juli 1908 ein. 1914 folgte eine Erweiterung, bis Mitte der 1950er-Jahre diente das Haus als Jugendherberge, danach als HO-Berghotel. 2018 wurde es verkauft und wieder geöffnet, im Mai 2026 hat Familie Tröger übernommen. Die Gaststätte ist täglich ab 11 Uhr geöffnet, Übernachtung und Sauna sind möglich.
Im Tal bieten sich in Wildenthal die Gaststätte „Hammerschänke“ (Alte Poststraße 9) und die Gaststube „Am Rölzhang“ am Kinder-Skilift an. Auf der Sosa-Route liegen der Gasthof Riesenberger Häuser, die Rote Grube und ein Imbiss in der Erlebnisköhlerei an der Talsperre.
Anreise und Parken
Mit dem Auto lässt sich nur der Parkplatz unterhalb des Gipfels direkt anfahren. Für die Wildenthaler Runde stehen der Parkplatz in der Ortsmitte und der Parkplatz am Rölzhang zur Verfügung, für die lange Tour der große Parkplatz an der Talsperre Sosa.
Mit dem Bus erreicht man Wildenthal über die RVE-Linie 346 Eibenstock–Johanngeorgenstadt und die Linie 371 Aue–Eibenstock–Carlsfeld. Nach Sosa führen die Linien 355 ab Eibenstock und 366 ab Aue. Auf der Schiene verkehrt die RB 95 der Erzgebirgsbahn von Zwickau über Aue nach Johanngeorgenstadt. Das Angebot ist im ländlichen Raum überschaubar.
Auch Radfahrer kommen herauf: Die Bergzeitfahrstrecke „Auersbergkönig“ führt über 10,7 Kilometer und 530 Höhenmeter vom Blauenthaler Wasserfall durch das Tal der Großen Bockau nach oben. Der Auersberg ist zudem Etappenort des Stoneman Miriquidi.
Beste Zeit und Ausrüstung
Auf 1.000 Metern schlägt das Wetter schneller um als im Tal. Festes Schuhwerk gehört auf beide Routen, dazu Wind- und Regenschutz sowie eine Wechselschicht, denn am Gipfel weht es fast immer kühler. Im Winter kommen der Skilift Wildenthal am Rölzhang mit rund 300 Metern Piste, Schlepplift, Verleih und der Skihütte „Sportstüberl“, eine etwa 150 Meter lange Rodelbahn neben dem Lift sowie eine Zubringerloipe zur Kammloipe hinzu.
Drei Ausrüstungsteile, die auf einer Tour wie dieser sinnvoll sind:
- DEPROC HAMTON MEN Windbreaker – leichter Windschutz, der am zugigen Gipfelplateau schnell übergezogen ist
- DEPROC XLight CAVELL WOMEN Softshelljacke – wind- und wasserabweisende Zwischenschicht für kühle Vormittage im Wald
- DEPROC CORNWALL Unisex Regenponcho – deckt bei plötzlichem Schauer auch den Rucksack mit ab
Häufige Fragen zur Auersberg Wanderung
Wie lange dauert die Wanderung auf den Auersberg?
Die Runde ab Wildenthal misst 9 Kilometer und dauert rund 2:45 Stunden bei 305 Höhenmetern. Ab der Talsperre Sosa sind es 15,6 Kilometer, rund 4:30 Stunden und 475 Höhenmeter.
Kostet der Aufstieg auf den Turm Eintritt?
Ja, der Zugang erfolgt über ein Drehkreuz und kostet 1 Euro. Geöffnet ist meist täglich etwa von 10 bis 18 Uhr, in der Regel parallel zum Berggasthof; bei sehr schlechtem Wetter bleibt der Turm geschlossen.
Gibt es eine kurze Variante für Familien?
„Wurzelrudis Gipfelrunde um den Auersberg“ ist 2,5 Kilometer lang, dauert rund 40 Minuten und überwindet 69 Höhenmeter. Sie lässt sich gut mit Spielplatz, Bergwaldgarten und Kräutergarten kombinieren.
Kann man mit dem Auto bis zum Gipfel fahren?
Anfahrbar ist der Parkplatz unterhalb des Gipfels. Von dort bleibt ein kurzes Stück zu Fuß bis zu Turm und Berggasthof.
Fazit
Der Auersberg ist eine Tagestour ohne Umstände: ein klarer Aufstieg, ein Turm mit Geschichte und einem Blick, der an guten Tagen bis nach Bayern reicht, und ein Gasthaus, das seit 1907 an derselben Stelle steht. Wer wenig Zeit hat, nimmt den Schlangenweg ab Wildenthal. Wer den Tag ausfüllen will, geht ab Sosa und nimmt Talsperre, Köhlerlehrpfad und zwei Einkehrmöglichkeiten mit. In beiden Fällen lohnt vor dem Aufbruch ein kurzer Blick auf Öffnungszeiten und Fahrpläne.


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