Wer im Erzgebirge Rad fährt, hat die Wahl zwischen flussbegleitenden Radfernwegen, einer alten Bahntrasse und einer Mountainbike-Schleife über neun Gipfel. Dieser Überblick stellt sechs Strecken vor, die sich belegen lassen, und nennt zu jeder die wichtigsten Eckdaten. Die Angaben stammen aus den Tourenseiten von Erzgebirge Tourismus, der Tourdatenbank von Visit Saxony und dem Stoneman Miriquidi selbst. Wo sich Quellen widersprechen, steht das im Text.

Eckdaten im Überblick

  • Familienfreundlich: Preßnitztalradweg, 23,8 km, Schwierigkeit leicht, Jöhstadt bis Wolkenstein.
  • Flussradweg mit Schlössern: Zschopautalradweg, rund 130 km, vom Fichtelberg bei Oberwiesenthal bis zur Mündung in die Freiberger Mulde.
  • Mountainbike: Stoneman Miriquidi, 162 km und 4.400 Höhenmeter, 9 Gipfel in 2 Ländern.
  • Fernradweg: Mulderadweg (Zwickauer Mulde), 158 km laut Erzgebirge Tourismus.
  • Holzkunst: Flöhatalweg von Olbernhau über Seiffen und Neuhausen Richtung Flöha, Schwierigkeit mittel.
  • E-Bike und MTB: Blockline im Osterzgebirge, 138,9 km in drei Schleifen.

Preßnitztalradweg: der leichte Einstieg

Für Familien und Gelegenheitsfahrer ist der Preßnitztalradweg die naheliegende Wahl. Laut Erzgebirge Tourismus ist er 23,8 Kilometer lang und als leicht eingestuft. Er führt von Jöhstadt über Schmalzgrube, Steinbach, Niederschmiedeberg, Boden und Streckewalde nach Wolkenstein, wo er auf den Zschopautalradweg trifft. Streckenweise nutzt er den Bahnkörper der ehemaligen Schmalspurbahn, teils führt er über Waldwege.

Die Höhenangaben der Tourenseite lauten 76 Meter Aufstieg und 365 Meter Abstieg. Von Jöhstadt nach Wolkenstein rollt man also überwiegend bergab. Als Fahrzeit nennt die Seite etwa 1:42 Stunden. Der Weg ist gut ausgeschildert, weitgehend frei von öffentlichen Straßen und hat laut Beschreibung Spielplätze und mehrere Gaststätten am Weg. Als beste Reisezeit gibt die Tourenseite April bis Oktober an.

Parallel verkehrt die Museumsbahn Preßnitztalbahn zwischen Steinbach und Jöhstadt, die der Verein IG Preßnitztalbahn e. V. betreibt. Laut Visit Saxony werden Fahrräder im Zug kostenlos mitgenommen, sodass sich eine Strecke bequem per Bahn zurücklegen lässt. Betriebstage und Fahrzeiten sollte man vorher beim Verein erfragen. Zur Bahn und zum Wandern im Tal gibt es bei uns einen eigenen Beitrag: Preßnitztal wandern zwischen Steinbach, Schmalzgrube und Preßnitztalbahn.

Zschopautalradweg: vom Fichtelberg durch das Tal der Schlösser

Der Zschopautalradweg beginnt im Quellgebiet der Zschopau am Fichtelberg bei Oberwiesenthal und endet an der Mündung in die Freiberger Mulde, wo er in den Mulderadweg übergeht. Die Länge wird uneinheitlich angegeben: Die Routendaten von Erzgebirge Tourismus nennen 132,5 Kilometer, der Beschreibungstext 137 Kilometer, Visit Saxony 129,91 Kilometer. Realistisch ist also die Angabe „rund 130 Kilometer“. Die Schwierigkeit stuft Erzgebirge Tourismus als mittel ein, Visit Saxony als schwierig. Durchgängig beschildert sind laut Erzgebirge Tourismus 82 Kilometer von der Quelle bis Flöha.

Visit Saxony nennt entlang der Strecke unter anderem Schloss Schlettau, das Passklausentrum in Tannenberg, den Marktplatz und das Schloss von Wolkenstein, das Abenteuerschloss Scharfenstein, Schloss Wildeck in Zschopau, das Jagdschloss Augustusburg, Schloss Lichtenwalde und weiter unten im Tal Schloss Kriebstein. Über das Schloss in Zschopau haben wir einen eigenen Beitrag geschrieben: Zschopau, Schloss Wildeck und das Zschopautal.

Flöhatalweg: Holzkunst und Mühlenromantik

Der Flöhatalweg trägt den Beinamen „Holzkunst und Mühlenromantik“. Laut Visit Saxony startet er an der Saigerhütte in Olbernhau-Grünthal und führt durch Deutschgeorgenthal, Neuhausen, Seiffen, Olbernhau und Grünhainichen bis Flöha. Genannt werden außerdem die Talsperren Rauschenbach und Saidenbach sowie der Stausee Fláje auf tschechischer Seite. Die Schwierigkeit gilt als mittel.

Eine verlässliche Kilometerzahl können wir nicht nennen, weil sich die Quellen widersprechen: Die Routendaten sprechen von 45,1 Kilometern, der Beschreibungstext von „über 70 Kilometern“, die Fernradweg-Übersicht von 86 Kilometern ab der Talsperre Fláje. Wer plant, sollte die gewünschte Teilstrecke deshalb anhand der offiziellen Tourenseite abgrenzen. Zu Olbernhau und seiner Saigerhütte lohnt der Beitrag Olbernhau Sehenswürdigkeiten.

Mulderadweg: Zwickauer Mulde

Die Zwickauer-Mulde-Variante des Mulderadwegs misst laut Erzgebirge Tourismus 158 Kilometer. Ein Teilstück zwischen Schöneck und Aue ist laut Visit Saxony 49,87 Kilometer lang, mittelschwer und zu etwa 27 Prozent asphaltiert, zu etwa 28 Prozent geschottert. Es führt über Muldenberg, Morgenröthe-Rautenkranz, Eibenstock und Blauenthal. Am Weg liegen die Talsperre Muldenberg und ein Wasserfall bei Blauenthal. Der Abschnitt von Aue Richtung Wolfsgrün verläuft auf einer stillgelegten Bahntrasse, die im Mai 2013 für Radfahrer freigegeben wurde, so die Sächsische Staatskanzlei.

Stoneman Miriquidi: die Gipfelschleife für Mountainbiker

Der Stoneman Miriquidi ist ein Rundkurs von 162 Kilometern mit 4.400 Höhenmetern über neun Gipfel in zwei Ländern. Er lässt sich laut Veranstalter in einem, zwei oder drei Tagen fahren. Das Bike Magazin beschreibt den Verlauf über Bärenstein, Pöhlberg, Scheibenberg, Rabenberg, Auersberg, Johanngeorgenstadt, den Klínovec auf tschechischer Seite, Boží Dar und den Fichtelberg. Ein Hardtail reicht nach Einschätzung des Magazins aus, die Trails seien kurz und technisch nicht sehr anspruchsvoll.

Wichtig für die Planung: Die Saison 2026 läuft laut stoneman-miriquidi.com vom 24. April bis zum 1. November. Wer die Schleife in diesem Jahr noch fahren möchte, hat also nur noch wenige Tage. Zu den Partnern des Projekts zählt das Trailcenter Rabenberg. Das Bike Magazin erwähnt außerdem Gastgeber mit Gepäcktransport-Paketen.

Blockline: E-Bike und MTB im Osterzgebirge

Die Blockline wurde 2021 eröffnet und ist laut Erzgebirge Tourismus für E-Bikes und Mountainbikes geeignet. Die Gesamtroute ist 138,9 Kilometer lang und besteht aus drei Schleifen, darunter Loop 1 von Holzhau über Altenberg nach Hermsdorf mit 55,1 Kilometern. Loop 2 hat 53,4 Kilometer, Loop 3 hat 60,2 Kilometer.

Zum Verleih ist die offizielle Lage dünn: Erzgebirge Tourismus nennt ausdrücklich Bikezeit in Altenberg (Räder und E-Bikes), Adrenalin Radsport in Dippoldiswalde (E-Mountainbikes) und die Ferienwohnung Haus Waldeck in Neuhermsdorf (E-Bikes). Eine E-Bike-Ladestation gibt es am Erlebnisberg in Altenberg. Die Liste konzentriert sich auf das Osterzgebirge. Für andere Regionen ist ein Verleih nicht belegt, hier lohnt die Nachfrage bei der Unterkunft.

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Häufige Fragen

Welcher Radweg im Erzgebirge ist für Familien geeignet?

Der Preßnitztalradweg zwischen Jöhstadt und Wolkenstein ist mit 23,8 Kilometern als leicht eingestuft, weitgehend frei von öffentlichen Straßen und hat Spielplätze am Weg.

Wie lang ist der Zschopautalradweg?

Je nach Quelle 129,91, 132,5 oder 137 Kilometer. Als Faustwert gilt „rund 130 Kilometer“.

Wann ist die Saison für den Stoneman Miriquidi?

2026 vom 24. April bis 1. November.

Gibt es E-Bike-Verleih im Erzgebirge?

Erzgebirge Tourismus nennt Anbieter in Altenberg, Dippoldiswalde und Neuhermsdorf. Für andere Regionen ist ein Verleih in den offiziellen Listen nicht belegt.

Fazit

Das Erzgebirge bietet Radfahrern mehr als Steigungen: leichte Talstrecken wie den Preßnitztalradweg, lange Flusswege wie Zschopautal und Mulde, die Holzkunst-Route im Flöhatal und die Gipfelschleife des Stoneman. Prüfen Sie vor der Tour Länge und Streckenzustand auf der offiziellen Tourenseite, da sich die Angaben der Quellen teils unterscheiden, und planen Sie bei Bahn-und-Rad-Touren die Fahrzeiten ein.


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